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PERFEKTIONISMUS
 

Gut genug ist nicht genug (Perfektionismus)
„Weil für mich gut nicht gut genug ist, strenge ich mich immer extrem an, um noch besser zu sein als die Konkurrenz. Denn am Ende ist es doch so, dass nur die Besten siegen werden“, sagt mir ein erfolgreicher Geschäftsmann in einem Beratungsgespräch. --- Die Erfahrung zeigt, dass perfektionistisch veranlagte Menschen nicht nur im Beruf vom hohen Leistungsanspruch geprägt sind, sondern oft auch die anderen Lebensbereiche betroffen sind, wie zum Beispiel der Sport, die Freizeit, die Kindererziehung, der Umgang mit dem Lebenspartner oder der Lebenspartnerin usw. Wenn Sie so leben und immer Ihr Bestes geben wollen, bei allem, was Sie tun, sind sie wahrscheinlich ein Perfektionist oder eine Perfektionistin.

Kennzeichen des Perfektionismus
Es zeigen sich unlogische und verzerrte Denkmuster, wie zum Beispiel die Tendenz zum Schwarz-Weiss-Denken. Für Menschen mit dieser Haltung gibt es nur Gut oder Schlecht – ein „beinahe hätte ich es geschafft“ oder „ich war zwar nicht so erfolgreich, aber es ist mir trotzdem gut gelungen“ gibt es für sie nicht. Selbst kleinere Fehler werden als komplettes Versagen deklariert, was sich negativ auf das Selbstwertgefühl auswirkt. Hinzu kommt die Angst, dass andere sie nicht mehr mögen oder respektieren, weil sie nicht Hervorragendes geleistet haben. Weil sie sich selbst aufgrund ihrer Leistungen beurteilen, gehen sie davon aus, dass ihre Mitmenschen dasselbe tun. So setzen sie sich unter Druck.

Die Folgen des Perfektionismus
Die Angst prägt das Denken und die Gefühle der Betroffenen. Das wirkt sich lähmend aus: Dinge werden auf die lange Bank geschoben, aus lauter Angst, es nicht perfekt machen zu können. Es zeigten sich Gefühle der Minderwertigkeit, der Hilflosigkeit und der Hoffnungslosigkeit. Das sind die typischen Symptome einer Depression. Hinzu kommen Schlafstörungen, Verspannungen, Magenprobleme, Burn-out usw.

Wie kann man davon frei werden?
Fangen Sie an, die Vor- und Nachteile Ihres perfektionistischen Verhaltens aufzuschreiben. Manchen Sie sich bewusst, wie viele Nachteile der Perfektionismus mit sich bringt. Lassen Sie sich dadurch motivieren, an sich zu arbeiten und die schädlichen Denkmuster aufzugeben. Versuchen Sie das Schwarz-Weiss-Denken aufzugeben, indem Sie sich überlegen: Ist das Essen gut oder schlecht? Ist der Sohn klug oder dumm? Ist der andere Mensch auf der Strassenseite schön oder hässlich? Diese einfache Übung kann dazu verhelfen, das irrationale Denken zu durchbrechen. Scheuen Sie sich nicht, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Den ausführlichen Fachartikel zum Thema Perfektionismus finden Sie auf www.lebensberatung-rj.ch.
Ernst Bai: ernst.bai@lebensberatung-rj.ch

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